Flyer „Musizieren gehört zum Menschsein“ (PDF, 188 KB)
neue Ausschreibung Weiterbildung „Musik mit Menschen mit Behinderung“ (PDF, 576 KB)
Im November 2001 hat sich im Landesverband der Musikschulen ein
Arbeitskreis gegründet, der sich mit den Perspektiven der Arbeit
mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen beschäftigt. Anliegen
des Arbeitskreises ist es, diese Arbeit an Musikschulen
voranzubringen und hierfür geeignete Projekte und Fördermaßnahmen
zu entwickeln.
Mitglieder des Arbeitskreises sind erfahrene Musikschullehrkräfte
und -leiter sowie Frau Prof. Elisabeth Braun, Fakultät für
Sonderpädagogik der PH Ludwigsburg-Reutlingen. Geleitet wird der
Arbeitskreis von Karl-Heinz
Steffan, Leiter der Musikschule Waghäusel-Hambrücken
Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Landesverbandes.
Fachsprecherin im Landesverband der Musikschulen für die Arbeit mit
Menschen mit Behinderung an Musikschulen ist Hildegard Schwenk,
langjährige Lehrkraft an der Städtischen Musikschule Ostfildern und
Dozentin für sonderpädagogische Fortbildungen.
Als Fachsprecherin vertritt Frau Schwenk zum einen die Arbeit des
Arbeitskreises in verschiedenen Fachgremien auf Landes- und
Bundesebene. Zum anderen steht Frau Schwenk den Musikschulen, ihren
Lehr- und Leitungskräften, als Ansprechpartnerin für alle Fragen
rund um die Arbeit mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen zur
Verfügung.
Hildegard Schwenk
Tel.: 0711 / 344819
e-mail: hildegard.schwenk@web.de
Menschen mit
Behinderung haben, ebenso wie Menschen ohne Behinderung, ein
Anrecht auf die Entfaltung und Förderung ihrer Persönlichkeit und
ihrer jeweiligen Anlagen. Dazu gehört auch das Recht auf
musikalische Entwicklung und Förderung. Die Fähigkeit, Musik zu
erleben und sich musikalisch auszudrücken, besitzt jeder
Mensch.
Die Bedeutung, die das eigene Musizieren für die
Persönlichkeitsentwicklung hat, gilt für Menschen mit Behinderung
in besonderem Maße, da die Musik helfen kann, Grenzen zu
überwinden, die durch die eigene Behinderung gegeben sind. Vor
allem durch die Möglichkeit, sich über Musik auszudrücken, kann das
eigene Selbstwertgefühl und damit letztlich auch die Lebensqualität
gesteigert werden. Nicht zuletzt ist das Medium Musik in besonderer
Weise geeignet zur Integration von Menschen mit Behinderung in das
gesellschaftliche Leben.
Menschen aller Altersstufen mit Behinderungen soll es an
Musikschulen ermöglicht werden, Musik auf verschiedenen Ebenen zu
erfahren und zu praktizieren.
Aufgrund der jeweils sehr unterschiedlichen Voraussetzungen sind
für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung spezifische Angebote
mit entsprechend ausgebildeten Fachkräften notwendig. Diese
Angebote umfassen folgende Bereiche:
Vor allem im Instrumentalunterricht sowie im Ensemble- und
Elementarbereich bietet sich aber auch die Bildung gemeinsamer
Gruppen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung an.
Die Angebote erfolgen sowohl an der Musikschule als auch in
Kooperation mit Förder- und Sonderschulen sowie sonstigen
Einrichtungen.
In Baden-Württemberg werden an etwa 95 Musikschulen rund 1.000
Menschen mit einer Behinderung unterrichtet.
Das musiktherapeutische Angebot an Musikschulen richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Schwierigkeiten und / oder in krisenhaften Lebensphasen. In besonderer Weise werden je nach Persönlichkeit, Struktur und Störung sowie dem Kontext und biographischen Lebenszusammenhang folgende Ziele verfolgt:
Zum Beispiel die Verbesserung
Insgesamt führt dies zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls, von
Autonomie und Selbstbestimmtheit sowie des Sozialverhaltens.
Der Vorteil der Musiktherapie an der Musikschule liegt in der
Offenheit des Angebots und der Möglichkeit, präventiv zu arbeiten.
So können Kinder schon erreicht werden, bevor Störungen massiv
werden.
Marjolein Kok, Musiktherapeutin
Musikschule Mannheim
E4, 14
68159 Mannheim
Tel.: 0621 / 293-8784
e-mail: marjolein.kok@mannheim.de
Weitere Informationen zur Musiktherapie an Musikschulen sowie über
den Bundesweiten Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen (BAMMS)
finden Sie unter Links.
Alle zwei Jahre vergibt der Landesverband der Lebenshilfe
Baden-Württemberg den BRIDGE-Preis für gute und beispielgebende
Modelle für die gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion von
Menschen mit Behinderung. In 2011 wurden unter dem Motto „Freizeit
miteinander!“ besonders herausragende Beispiele inklusiver
Freizeitangebote für Menschen mit und ohne Behinderung gesucht. Bei
einer feierlichen Preisverleihung am 2. Mai in Stuttgart wurden nun
die diesjährigen Preisträger in den Kategorien „Sport und
Vereinsleben“, „Kinder- und Jugendarbeit“ und „außerschulischer
Bildungsbereich“ bekannt gegeben und geehrt.
In
der Kategorie „Inklusive Angebote im außerschulischen
Bildungsbereich“ waren 9 Projekte nominiert, darunter 4 Projekte von
Musikschulen. Gewonnen hat den BRIDGE-Preis 2011 in dieser Kategorie
das Projekt „Musik zum Leben“ der Musikschule der vhs Reutlingen,
das seit 2005 besteht und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. In
Kooperation mit der Peter-Rosegger-Schule, einer Schule für geistig
Behinderte, werden 12 Kinder mit einer Behinderung von 6
Musikschullehrkräften auf ihrem jeweiligen Wunschinstrument
unterrichtet und musizieren gemeinsam im Ensemble. Das Besondere an
dem Projekt: Um auch andere Kinder mit der hohen emotionalen
Ausdruckskraft der Schüler mit Handicap in Berührung zu bringen,
werden seit 2 Jahren auch Schülerinnen und Schüler ohne Behinderung
in das Ensemble integriert. Es findet sozusagen eine „Integration
andersrum“ statt. Durch das gemeinsame Musizieren entsteht eine
besonders intensive Form der Begegnung, im Mittelpunkt steht das
Können der Schüler mit Behinderung, das den anderen Schülern
Anregung und Vorbild ist.
Inzwischen hat sich das Ensemble nach Aussage von Karin Hurle, der
Leiterin der Reutlinger Musikschule, zu einem attraktiven
Klangkörper entwickelt, das mit zahlreichen Auftritten
selbstverständlich teilnimmt am kulturellen Leben der Stadt und
dessen Veranstaltungen sich großen Zuspruchs erfreuen.
Der Landesverband der Musikschulen gratuliert der Musikschule
Reutlingen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung und wünscht dem
Projekt weiterhin viel Erfolg!
Im Frühjahr 2006 hat der Landesverband der Musikschulen in seiner
Reihe „Horizonte – eine Bildungsinitiative des
Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württembergs“ (s.
Links) einen neuen Bildungsflyer
veröffentlicht, zur Arbeit mit Menschen mit Behinderung an
Musikschulen.
Dieser Flyer stellt eine Reihe von Beispielen für Angebote in den
verschiedensten Bereichen des Musikschullebens für Menschen mit
einer Behinderung vor, vom Elementarbereich über den
Instrumentalunterricht, Ensemble- und Projektarbeit bis hin zu
musiktherapeutischen Angeboten.
Der Flyer soll einerseits Musikschulen Anregungen geben für
mögliche Projekte und Ansprechpartner vermitteln. Andererseits soll
der Flyer auch Eltern von Kindern mit einer Behinderung über die
Möglichkeiten von Musikunterricht sowie von Musiktherapie an
Musikschulen informieren.
Eine Internetversion des Flyers steht Ihnen unter Downloads zur Verfügung. Der gedruckte Flyer kann
in der Geschäftsstelle des Landesverbandes bestellt werden (Tel.:
0711 / 21 851 12, e-mail: switlick@musikschulen-bw.de).
Ende 2004 hat der Arbeitskreis an den Musikschulen in
Baden-Württemberg eine Umfrage durchgeführt zur Arbeit mit Menschen
mit Behinderung an Musikschulen.
Aus den zurückgemeldeten Projekten wurden einige „best
practice“-Modelle ausgewählt, die im Frühjahr 2006 in einem
Flyer veröffentlicht wurden (s.o.).
Besonders interessant für die weitere Arbeit des Arbeitskreises
sind die im Fragebogen gesondert abgefragten Hinweise von
Musikschulen, die noch keine entsprechenden Angebote machen. Als
notwendige Voraussetzungen für diese Arbeit wurden genannt: eine
entsprechende Nachfrage, die Fortbildung und Bereitschaft der
Lehrkräfte sowie die Sicherung der Finanzierung.
In 2002 hat die Landesstiftung Baden-Württemberg einen Antrag des
Landesverbandes genehmigt zur Förderung der Arbeit mit Menschen mit
Behinderung an Musikschulen. Mit einem Betrag von insgesamt
200.000,- € konnten über einen Zeitraum von 3 Jahren etwa 50
Projekte und Initiativen an den baden-württembergischen
Musikschulen ins Leben gerufen werden.
Gefördert werden konnten damit u.a. Projektkosten, der Kauf bzw.
Umbau von Instrumenten sowie die Fort- und Weiterbildung von
Musikschullehrkräften. Die geförderten Projekte richteten sich
sowohl an Menschen mit geistiger als auch an Menschen mit
körperlicher Behinderung.
Der Arbeitskreis hat das Gesamtprojekt konzeptionell begleitet.
In Zusammenarbeit mit der Akademie für wissenschaftliche
Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
veranstaltet der Landesverband der Musikschulen eine
Weiterbildung für Instrumentallehrkräfte an Musikschulen zur
Einführung in die musikalische Arbeit und das Instrumentalspiel mit
Menschen mit Behinderung. Unter der Leitung von Prof. Elisabeth
Braun, Fakultät für Sonderpädagogik der PH Ludwigsburg, und
Hildegard Schwenk, Musikschule Ostfildern, vermitteln Lehrende der
Fakultät für Sonderpädagogik sowie erfahrene Praxislehrkräfte von
Musikschulen den Teilnehmern methodische Möglichkeiten und
Grundlagen zur sonderpädagogisch orientierten Arbeit am Instrument
für Schüler mit eingeschränkten Fertigkeiten und unkonventionellen
Voraussetzungen.
Die nächste Weiterbildung beginnt im Februar 2011 (s.u.).
Für Rückfragen steht Ihnen in der Geschäftsstelle des
Landesverbandes Frau Switlick zur Verfügung (Tel.: 0711 / 21 851
12, e-mail: switlick@musikschulen-bw.de).
Termin: 17. März 2012
Ort: Heidelberg
Kursleitung: Nicole Sturm-Goes, Johannes Beierlein
Termin: 12. Mai 2012
Ort: Karlsruhe
Kursleitung: Nicole Sturm-Goes, Johannes Beierlein
Termin: 30. Juni 2012
Ort: Ostfildern
Kursleitung: Ulrike Eberle, Udo Will
Termin: 29. September 2012
Ort: Reutlingen
Kursleitung: Inga Brüseke
Termin: 13. Oktober 2012
Ort: Tübingen
Kursleitung: Nicole Sturm-Goes, Johannes Beierlein
Termin: 20. Oktober 2012
Ort: Crailsheim
Kursleitung: Nicole Sturm-Goes, Johannes Beierlein
Am 5. Mai 2007 hat der Landesverband der Musikschulen gemeinsam mit
dem Landesverband der Lebenshilfe und der Stadt Ostfildern erstmalig
einen Fachtag Musik veranstaltet. Unter dem Motto „Teilhabe
verwirklichen. So geht’s! Menschen mit Behinderung an Musikschulen“
konnten sich Interessierte in Ostfildern einen Tag lang informieren
über Musikunterricht und Musiktherapie für Menschen mit Behinderung.
Anliegen der beiden Landesverbände war es, die Bandbreite an
Möglichkeiten darzustellen, die Musikschulen hier bieten. Die
Veranstaltung richtete sich gleichermaßen an Lehr- und
Leitungskräfte an Musik- und Sonderschulen, an Menschen mit
Behinderung und ihre Eltern, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
Einrichtungen der Lebenshilfe sowie an weitere Interessierte.
Mit rund 70 Teilnehmern war der Fachtag gut besucht. Begrüßt wurden
sie u.a. von Matthias Berg, bekannt vor allem als mehrfacher
Goldmedaillengewinner der Paralympics, der neben seinem Beruf als
erster Landesbeamter im Landkreis Esslingen aber auch erfolgreicher
Hornist ist. Berg, der sehr unbefangen mit seiner
Contergan-Behinderung umgeht, machte den Teilnehmern Mut, auf
Menschen mit Behinderung zuzugehen. In Ostfildern gab er auch eine
kleine musikalische Kostprobe.
Im Anschluss daran wurden verschiedene Workshops angeboten.
Besonders gefragt waren die praktischen Kurse, z.B. zum Ausprobieren
von Baschet-Instrumenten, zum integrativen Ensemblespiel sowie der
integrative Tanzworkshop. Menschen mit und ohne Behinderung kamen
hier zusammen und konnten beim gemeinsamen Musizieren und Tanzen
Berührungsängste abbauen. In weiteren Workshops ging es um die
Organisation und Finanzierung dieser Arbeit, um Musiktherapie an
Musikschulen, das Unterrichtsmodell der Musikschule Biberach sowie
die Vernetzung von Eltern, Lehrern und Einrichtungen der
Lebenshilfe.
In den Pausen konnten bei einer Instrumentenausstellung verschiedene
Instrumente ausprobiert und eine Fotoausstellung der Lebenshilfe zum
Thema „Lebensträume – Lebensräume“ besucht werden.
Den krönenden Abschluss bildete ein Konzert der beiden integrativen
Bands „HED-K-Rockers“ (Musikschule Mannheim) und „Blues-Polizei“
(Musikschule Ostfildern), die mit ihrer Begeisterung ansteckten.
Die beiden Landesverbände der Lebenshilfe und der Musikschulen waren
sich einig, dass der gemeinsame Fachtag nur ein erster Schritt war
und die Kooperation auch darüber hinaus fortgesetzt werden soll.
Unterstützt wurde der Fachtag durch den Rotary Gemeindienst
Esslingen-Neckarland e.V.
Karl-Heinz Steffan
Musikschule Waghäusel-Hambrücken
Friedrich-Hecker-Allee 3
68753 Waghäusel
Tel.: 07254 / 985980
e-mail: khsteffan@msw-waghaeusel.de