„Zum Besten, was nach 1945 in Baden-Württemberg entstanden ist, gehört der flächendeckende Aufbau von Jugendmusikschulen“, so Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel bei seiner Verabschiedung im April 2005.
In Baden-Württemberg widmen sich rund 215 öffentliche Musikschulen
mit etwa 7.600 Lehrkräften der außerschulischen musikalischen
Bildung von ca. 190.000 Schülerinnen und Schülern. Damit ist
Baden-Württemberg das Bundesland mit der größten Musikschuldichte
in Deutschland – 22% aller Musikschulen in Deutschland
befinden sich in Baden-Württemberg!
Stolz sind die Musikschulen des Landes auch auf die Tatsache, dass
traditionell mit Abstand der höchste Anteil an
Bundespreisträgerinnen und -preisträgern des renommierten
Wettbewerbs „Jugend musiziert“ aus Baden-Württemberg
kommt.
Landesrechtlich verankert sind die Musikschulen im Gesetz zur
Förderung der außerschulischen Jugendbildung. Etwa zwei Drittel der
Musikschulen befinden sich in kommunaler Trägerschaft, ein Drittel
der Musikschulen ist in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins
organisiert.
Die Finanzierung der Musikschulen in Baden-Württemberg erfolgt
mittlerweile zu 52% durch die Eltern. Zu 34% werden die
Musikschulen durch die Kommunen bezuschusst, zu 1% durch die
Landkreise. Der Anteil des Landes an der Musikschulfinanzierung ist
von fast 20% in den 80er Jahren inzwischen auf unter 10%
gesunken.
Von zentraler Bedeutung ist für die Musikschulen in
Baden-Württemberg die Kooperation mit allgemein bildenden Schulen,
insbesondere mit den Ganztagsschulen. Aber
auch mit Musikvereinen, Kirchen und Kindergärten arbeiten die
Musikschulen eng zusammen. Darüber hinaus stehen die Musikschulen
in intensivem Kontakt mit den Musikhochschulen im Land.
Auch der Austausch mit Partnermusikschulen, vor allem im
europäischen Ausland, ist ein wichtiges Anliegen der
baden-württembergischen Musikschulen.
Seit den 90er Jahren hat sich an den Musikschulen des Landes ein nachhaltiger Strukturwandel vollzogen. Neben neuen pädagogischen Modellen, wie bspw. dem Gruppenunterricht und flexiblen Unterrichtsformen, haben dabei an Musikschulen vor allem auch neue Managementmethoden sowie Fragen des Marketings zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfährt diese Entwicklung eine konsequente Weiterführung durch die intensiven Bemühungen der Musikschulen um eine Qualitätssicherung ihrer Arbeit mit Methoden des Qualitätsmanagements.