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Konzept des Modellversuchs

Profil und Struktur des Modellversuchs

Kindergarten Regenbogenland Schwäbisch GmündKernelement des Modellversuchs war eine zweijährige durchgehende Musikerziehung im Kindergarten für Kinder mit Einschulungstermin Herbst 2009 – in Form von wöchentlichen didaktischen Einheiten („Musikstunden“) von 45 Minuten für altershomogene Gruppen, deren Größe 20 Kinder nicht überschritt.
Besonderes Merkmal dieser didaktischen Einheiten war, dass sie gemeinsam von einer erfahrenen Lehrkraft der Musikschule mit qualifizierter Ausbildung in der Elementaren Musikpädagogik (EMP) sowie einer Erzieherin / einem Erzieher des Kindergartens durchgeführt wurde.
Die Aufgabenverteilung in diesem Tandem aus Musikschullehrkraft und Erzieherin/Erzieher war dabei klar geregelt. Die Musikschullehrkraft hatte die Zuständigkeit und Verantwortung für die Zusammenstellung, die didaktische Aufbereitung und Vermittlung des Lehrstoffs. Grundlage hierfür war eine eigens für den Modellversuch entwickelte pädagogisch-didaktische Konzeption. Ungeachtet der fachlichen Federführung der Musikschullehrkraft war die Erzieherin / der Erzieher des Kindergartens gleichberechtigt in die musikalisch-pädagogische Arbeit eingebunden. Die Erzieherinnen und Erzieher brachten neben ihren eigenen musikalischen Fähigkeiten vor allem ihre erzieherischen und sozialpädagogischen Kompetenzen im Umgang mit großen Gruppen von Kindern und der individuellen, differenzierten Förderung einzelner Kindern im Kindergartenalltag ein. Darüber hinaus waren sie auch bei der Festlegung und Vermittlung des Stoffes der jeweiligen didaktischen Einheit mit eingebunden.
Dessen Inhalte orientierten sich dabei durchgehend an den gerade aktuellen Themen der sonstigen Bildungsarbeit im Kindergarten. Die didaktischen Einheiten und allgemein die Musikerziehung des Modellversuchs wurden so zu einem integralen Bestandteil der vorschulischen Bildung im Kindergarten.
Ein weiteres zentrales Merkmal der vorschulischen Musikerziehung des Modellversuchs war, dass die Inhalte der wöchentlichen didaktischen Einheit im Laufe der Wochen und im Rahmen der sonstigen Bildungsarbeit des Kindergartens durch die Erzieherin / den Erzieher wiederholt und vertieft wurden. Einen Schwerpunkt dieser Wiederholungs- und Vertiefungsphasen, die ganz individuell in den Kindergartenalltag eingebaut / integriert werden konnten, bildete dabei die  Aufmerksamkeit und das Eingehen auf die Befindlichkeiten und Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes.

Didaktisch-pädagogische Konzeption

Die einzelnen didaktischen Einheiten basierten auf einer speziell auf die Zielrichtung „Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung“ sowie „Förderung der Sprachfähigkeit und Motorik“ ausgerichteten pädagogisch-didaktischen Konzeption. Diese war von einer Arbeitsgruppe mit an öffentlichen Musikschulen in Baden-Württemberg tätigen Fachlehrkräften entwickelt worden. Eine wesentliche Grundlage dieser Konzeption bildeten die oben erwähnten kindergartenspezifischen Themen.
Zu jedem der gängigen kindergartenspezifischen Themen hatte die Arbeitsgruppe eine eigene musikalisch-didaktische Einheit konzipiert, deren Umsetzung für am Modellversuch beteiligte Tandems aus Musikschullehrkraft und Erzieherin/ Erzieher verbindlich waren. Die musikalisch-didaktischen Einheiten formulierten dabei das jeweilige Unterrichtsziel und machten inhaltlich Vorschläge über die Vorgehensweise zur Erreichung dieses Ziels. Je eine dieser didaktischen Einheiten zu dem übergeordneten Thema widmete sich einem der drei musikalischen Schwerpunkte, also eine dem Singen, eine dem Bewegen und eine weitere dem Sprechen, hier speziell musikalischen Sprechversen. Diese Konzeption stieß unter Fachleuten sehr schnell auf großes Interesse, das zu einer wissenschaftlichen Begleitung des Modellversuchs führte. 

Gemeindekindergarten Blaufelden 

Fortbildungen

Teil des Modellversuchs waren auch insgesamt zwölf  Fortbildungen für die am Modellversuch beteiligten Tandems von Musikschullehrkräften und Erzieherinnen. Die Fortbildungen hatten vor allem den Zweck, in die jeweils neuen musikalisch-didaktischen Einheiten einzuführen und deren Inhalte und Zielsetzungen sowie die für die erfolgreiche Umsetzung der Einheiten notwendigen fachlichen Grundlagen zu vermitteln. 

Hierzu gehörten:

  • die Einführung in das Singen in der richtigen Tonlage, die Stimmbildung und die Umsetzung der Lieder in Bewegung
  • eine gezielte und differenzierte Ausbildung der motorischen Fähigkeiten, auch im Zusammenhang mit Singen und Sprechen
  • die Handhabung der musikalischen Sprechverse mit dem Schwerpunkt Aussprache (Phonetik), Sprachmelodie, Mimik und Gestik

Zugleich ermöglichten die Fortbildungen einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Projektbeteiligten sowie regelmäßige Feedbacks der Musikschullehrkräfte und Erzieherinnen gegenüber der Projektleitung. Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildungen lag in der Einweisung in die wissenschaftliche Vorgehensweise und in die Handhabung der Evaluations- und Dokumentationsinstrumente.